Forschungsinteresse
Forschungsprojekte
Kooperation
Münchhausen-Syndrom
Münchhausen-Trilemma
Forschungsinteresse
Die Forschung beruht
auf Neugier & Vergnügen. Besondere Interessen:
- Entstehung und Stellenwert des Münchhausen im
18. Jahrhundert
- Münchhausen als politische Satire
- Das Werk des Mit-Autors Rudolf Erich Raspe
Die Forschung entzündet
sich beispielsweise an Themen wie den nachfolgenden:
Es gibt zwei
französische "Erst"ausgaben, die als Übersetzung
aus dem Englischen wort-, aber nicht buchstabenidentisch sind und
von der Vorlage in gleicher Weise abweichen; doch sie konjugieren
die Verben verschieden und sind nicht am gleichen Ort gedruckt.
Was hat es damit auf sich?
Münchhausen-Abenteuer
spielen oft im Krieg. Liest man die Abenteuer genau, ist der Held
kein grosser Held. Ausgaben in handlicher Form werden in den Weltkriegen
für Soldaten im Feld produziert. Ist die literarische Figur
für Militarismus funktionalisierbar?
In 220 Jahren literarischer
Existenz hat der Lügenbaron eine Bilderflut von ähnlichem
Ausmass wie Don Quijote ausgelöst – doch zur Bilderflut
gibt es keine kunstwissenschaftliche Untersuchung. Weshalb? Warum
haben ihn „grosse“ Künstler nicht behandelt –
im Unterschied zu Don Quijote?
Andere Fragen werden
an die Münchhausen-Bibliothek herangetragen, z.B. die nach
dem Verhältnis des Münchhausen zur Welt der Märchen.
Resultat:
Münchhausen –
das Märchen vom Lügenbaron. Über die anspruchsvolle
Aufgabe, literarische Figur und literarische Gattung zu sein.
(vgl. Publikationen)
Kooperation
mit folgenden Forschungsprojekten
beziehungsweise Organisationen
- Monographie über Rudolf Erich Raspe (Publikationen
- euregioverlag Kassel)
- Münchhausen als Kinder- und Jugendbuch, Ausstellung, Katalog
und Bibliographie (Schweizer.
Institut für Kinder- und Jugendmedien Zürich)
- Untersuchung der sprachlichen Verfahren zur Vorstellungsbildung
in G.A. Bürgers Münchhausen
- Untersuchung der Passagen des Münchhausen, in denen Themen
der naturwissenschaftlichen Debatten des 18. Jahrhunderts vorkommen.

Forschungsprojekte
Münchhausen
für Kinder / Jugendliche
Beitrag "Münchhausen"
für das Handbuch zur Kinder- und Jungendliteratur von 1850
bis 1900. ALEKI; Metzler
Verlag Mitte 2009
Die Geschichte
der "Münchhausenforschung"
Die erste nahezu wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Münchhausen
wurde 1807 publiziert, seit 1849 sind die Untersuchungen systematischer.
Die vorgesehene Studie geht der Forschungsgeschichte nach.
Münchhausens
halbiertes Pferd und „das entzweite Jahrhundert“
Eine Sammlung von 30 Vorläufer-Texten dieser Episode belegt
Weg und Wandlung des Erzählstoffes von der Antike bis 1788.
Und 530 Illustrationen zu dem Erlebnis veranschaulichen, wie ein
gegen Abweichungen resistentes „Inbild“ entsteht und
überlebt.
Corpus der Illustrationen
1786 - 1841
Auf Vollständigkeit ausgerichtete Dokumentation der bildlichen
Darstellungen aller Episoden der Landabenteuer von 1786 bis 1841.
Die Übersetzungen
von 1786 bis 1840
Schon sehr früh, noch im 18. Jahrhundert, gehen Übersetzungen
in eine neue Sprache nicht vom "Urtext" eines der beiden
Autoren aus, sondern sind ein Verschnitt aus Original und Münchhausiade.
Bibliographie
des englischsprachigen Munchausen, 1785 bis 1850
Es wurden bislang 150 Titel identifiziert. Ziel: vollständige
Autopsie.
Bibliographie der Veröffentlichungen
von R. E. Raspe;
Verzeichnis seiner persönlichen Gelehrtenbibliothek
Die bisherigen Bibliographien beruhen nicht auf vollständiger
Autopsie. Die geplante Bibliographie erfordert die Durchsicht aller
einzutragenden Titel.
Standortverzeichnis
zur Korrespondenz von und an R.E. Raspe
Neben dem Corpus in Kassel (über 1.000 Briefe) 30 weitere Standorte
Verzeichnis erhaltener,
von Raspe nicht veröffentlichter Manuskripte
Erwartet: Nachweis von über 5.000 Seiten an mindestens 20 Standorten
Themen, zu denen Dokumentationen
bzw. Verzeichnisse geführt werden:
- Katalog der Münchhausen-Bibliothek
- Münchhausen in Bilderbogen, Comics - Kommentiertes
Verzeichnis
- Filmographie zu Münchhausen
- Münchhausen und die Schweiz und in der Schweiz

Das Mynchhausen-Syndrom
ist eine psychische Krankheit, die mit physischer Selbstschädigung
verbunden ist. Der Begriff wurde 1951 vom englischen Mediziner Dr.
Asher geprägt. Die Wahl des Namens für das Symptom zeugt
von einem tiefen Veständnis der literarischen Figur Münchhausen
durch Asher. Die Forschung der Bibliothek befasst sich nicht direkt
damit. Doch da es Viele als störend empfinden, dass der Name
Münchhausen zur Bezeichnung von Kranken dient, die man oft
als Simulanten verdächtigt, ist es erforderlich, Die Wahl Ashers
zu erklären.
Münchhausen-Trilemma
Der Heidelberger Philosoph
Hans Albert hat eine erkenntnistheoretische Konstellation mit dem
Begriff Münchhausen-Trilemma bezeichnet und damit eine heftige
Debatte ausgelöst. (Wird fortgesetzt)
5/2008© by Bernhard Wiebel
|