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Die Forschung

Forschungsinteresse
Forschungsprojekte

Kooperation
Münchhausen-Syndrom

Münchhausen-Trilemma

Forschungsinteresse

Die Forschung beruht auf Neugier & Vergnügen. Besondere Interessen:

  1. Entstehung und Stellenwert des Münchhausen im 18. Jahrhundert
  2. Münchhausen als politische Satire
  3. Das Werk des Mit-Autors Rudolf Erich Raspe

Die Forschung entzündet sich beispielsweise an Themen wie den nachfolgenden:

Es gibt zwei französische "Erst"ausgaben, die als Übersetzung aus dem Englischen untereinander wort-, aber nicht buchstabenidentisch sind und von der Vorlage in gleicher Weise abweichen; doch sie konjugieren die Verben verschieden und sind nicht am gleichen Ort gedruckt. Was hat es damit auf sich?

Münchhausen-Abenteuer spielen oft im Krieg. Liest man die Abenteuer genau, ist der Held kein grosser Held. Ausgaben in handlicher Form werden in den Weltkriegen für Soldaten im Feld produziert. Ist die literarische Figur für Militarismus funktionalisierbar?

In 220 Jahren literarischer Existenz hat der Lügenbaron eine Bilderflut von ähnlichem Ausmass wie Don Quijote ausgelöst – doch zur Bilderflut gibt es keine kunstwissenschaftliche Untersuchung.

Andere Fragen werden an die Münchhausen-Bibliothek herangetragen, z.B. die nach dem Verhältnis des Münchhausen zur Welt der Märchen. Resultat:

Münchhausen – das Märchen vom Lügenbaron. Über die anspruchsvolle Aufgabe, literarische Figur und literarische Gattung zu sein. (vgl. Publikationen)

Kooperation

Mit folgenden Forschungsprojekten, Forscherimnen  und Forschern beziehungsweise Organisationen bestand oder besteht fachliche Kooperation

  • Andrea Linnebach, Monographie über Rudolf Erich Raspe (Publikationen - euregioverlag Kassel)
  • Stefan Howald, Neu-Übersetzung des von G.A. Bürger einst übersetzten englischen Münchhausen sowie Erstübersetuung des englischen Fortsetzungsbandes A Sequel.
  • Münchhausen als Kinder- und Jugendbuch, Ausstellung, Katalog und Bibliographie (Schweizer. Institut für Kinder- und Jugendmedien Zürich)
  • Universitäts- und Murhardsche Bibliothek Kassel, Axel Halle, leitender Direktor
  • Untersuchung des Satirecharakters: Harald Kämmerer, Nur um Himmels willen keine Satyren ... Deutsche Satire und Satiretheorie des 18. Jahrhunderts im Kontext von Anglophilie, Swift-Rezeption und ästhetischer Theorie, Heidelberg 1999, Universitätsverlag (Dissertation München, 1997)
  • Untersuchung der sprachlichen Verfahren zur Vorstellungsbildung in G.A. Bürgers Münchhausen. vgl. Anette Schilling, "Gegenwart des Geistes ist die Seele mannhafter Thaten". München 2008, Judicium Verlag, Studien Deutsch Band 37 (Dissertation München 2005)
  • Untersuchung der Passagen des Münchhausen, in denen Themen der naturwissenschaftlichen Debatten des 18. Jahrhunderts vorkommen. vgl. Melanie Beese, Münchhausens wunderbare wissenschaftliche Abenteuer zu Wasser und in der Luft und wie er diese zu erzählen pflegt, eine literatur- und wissensgeschichtliche Studie, Bielefeld 2013, Aisthesis Verlag (Dissertation Essen 2013)
  • Marialuisa Ferrazzi & Adalgisa Mingati, Le meravigliose avventure del barone di Münchhausen fra Ingliterra, Germania e Russia. Padua, University Press, 2014
  • Gottfried-August-Bürger-Museum in Molmerswende
  • Verlag Helmut Scherer, Berlin

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Der Wortlaut der M-h-s-n-Geschichten im Vade Mecum und die Abbildungen der Titelblätter der zehn Jahrgänge finden sich auf der Website des G.A: Bürger-Museums Molmerswende.

 

Forschungsprojekte

Die Geschichte der "Münchhausenforschung"
Die erste wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Münchhausen wurde 1807 publiziert, seit 1849 sind die Untersuchungen systematischer. Die vorgesehene Studie geht der Forschungsgeschichte nach.

Münchhausens halbiertes Pferd und „das entzweite Jahrhundert“
Eine Sammlung von 30 Vorläufer-Texten dieser Episode belegt Weg und Wandlung des Erzählstoffes von der Antike bis 1788. Und 600 Illustrationen zu dem Erlebnis veranschaulichen, wie ein gegen Abweichungen resistentes „Inbild“ entsteht und überlebt.

Corpus der Illustrationen 1786 - 1841
Auf Vollständigkeit ausgerichtete Dokumentation der bildlichen Darstellungen aller Episoden der Landabenteuer von 1786 bis 1841.

Die Übersetzungen von 1786 bis 1840
Schon sehr früh, noch im 18. Jahrhundert, gehen Übersetzungen in eine neue Sprache nicht vom "Urtext" eines der beiden Autoren aus, sondern sind ein Verschnitt aus Original und Münchhausiade.

Bibliographie des englischsprachigen Munchausen, 1785 bis 1850
Es wurden bislang 150 Titel identifiziert. Ziel: vollständige Autopsie.

Bibliographie der Veröffentlichungen von R. E. Raspe; Verzeichnis seiner persönlichen Gelehrtenbibliothek
Die bisherigen Bibliographien beruhen nicht auf vollständiger Autopsie. Die geplante Bibliographie erfordert die Durchsicht aller einzutragenden Titel.

Standortverzeichnis zur Korrespondenz Raspe
Neben Kassel (1.000 Briefe) 30 Standorte

Von Raspe nicht veröffentlichte Manuskripte
Erwartet: Nachweis von über 5.000 Seiten an mindestens 20 Standorten

Dokumentationen bzw. Verzeichnisse:

  • Katalog der Münchhausen-Bibliothek
  • Münchhausen in Bilderbogen, Comics - Kommentiertes Verzeichnis
  • Filmographie zu Münchhausen
  • Münchhausen und die Schweiz/in der Schweiz

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Mynchhausen-Syndrom / by Proxy

Das Mynchhausen-Syndrom ist eine psychische Krankheit, die mit physischer Selbstschädigung verbunden ist. Der Begriff wurde 1951 vom englischen Mediziner Dr. Asher geprägt. Die Wahl des Namens für das Symptom zeugt von einem tiefen Veständnis der literarischen Figur Münchhausen durch Asher. Die Forschung der Bibliothek befasst sich nicht direkt damit. Doch da es Viele als störend empfinden, dass der Name Münchhausen zur Bezeichnung von Kranken dient, die man oft als Simulanten verdächtigt, ist es erforderlich, die Wahl Ashers zu erklären.

 

Münchhausen-Trilemma

Der Heidelberger Philosoph Hans Albert hat eine erkenntnistheoretische Konstellation mit dem Begriff Münchhausen-Trilemma bezeichnet und damit eine heftige Debatte ausgelöst. In der Münchhausen-Bibliothek liegt eine kleine Dokumentation zu dieser Debatte. (Wird gelegentlich fortgesetzt)


Top 01/2016© by Bernhard Wiebel

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